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Operative Therapie
Bei instabilen Osteolysen (=Knochenauflösungen) und drohender Fraktur eines Knochens ist eine operative Stabilisierung mittels Fixateur externe oder Blockierung angezeigt. Neuerdings steht im Bereich der Wirbelsäule auch die Möglichkeit einer Vertebroplastie zur Verfügung, bei der Knochenzement mit einer Nadel in einen frakturgefährdeten Knochen gespritzt wird.

Erhaltungstherapie
Im Vordergrund steht die Therapie der Osteoporose mittels Bisphosphonaten. Bisphosphonate sind Substanzen, die den Knochenabbau hemmen. Zudem helfen sie, die Knochendichte und Stärke zu verbessern. Bei Patienten mit Knochenläsionen wird der Einsatz von Bisphosphonaten empfohlen. Eine Erhaltungstherapie mit Interferon gilt zur Zeit nicht als Standard.

Strahlentherapie
Myelome sind strahlensensibel, deshalb ist die Bestrahlung eine wichtige Behandlungsoption bei multiplem Myelom. Die Bestrahlung kann zu deutlichen Verbesserungen von Komplikationen, wie Knochenabbau, Schmerzen und/oder Kompression von Nerven oder Rückenmark, führen. Ein Nachteil der Bestrahlung liegt in der Schädigung gesunder Knochenmarkszellen im Bestrahlungsfeld, weshalb ausgedehnte Bestrahlungsfelder vermieden werden. Gelegentlich wird auch eine Ganzkörperbestrahlung in der Konditionierung vor Transplantationen eingesetzt.

Supportive Therapie
Bei einer ausgeprägten Anämie ist die Transfusion von Blut der einfachste und schnellste Weg, um eine symptomatische Besserung zu erreichen. Alternativ kann eine Anämie mit Erythropoietin behandelt werden. Erythropoietin ist ein menschliches Hormon, das heute gentechnisch hergestellt werden kann. Dieses Hormon ist für die körpereigene Blutbildung notwendig und wird bei Blutarmut eingesetzt. Die Injektion von Erythropoietin führt zu einem häufig starken Anstieg des Hämoglobin-Werts und damit zu einem verbesserten Wohlbefinden des Patienten. Um die Epoetin-Therapie zu optimieren, kann eine zusätzliche Eisengabe sinnvoll sein.

Da Patienten mit multiplem Myelom häufig einen Mangel an «normalen, funktionstüchtigen» Antikörpern aufweisen, kann die intravenöse Infusion von Immunglobulinpräparaten in regelmässigen Abständen sinnvoll sein. Dies führt zu einer Normalisierung der Antikörper im Blut und kann somit die Infektanfälligkeit deutlich reduzieren.

Antibiotika helfen, Infektionen zu behandeln. Infektionen sind ein häufiges und ernstzunehmendes Problem bei multiplem Myelom, weshalb eine Antibiotika-Behandlung bei Verdacht auf Infektionen sofort erfolgen sollte. Der Einsatz zur Prävention ist umstritten. Gegen die Prävention spricht eine mögliche Antibiotika-Resistenz, für den präventiven Einsatz spricht eine möglicherweise niedrigere Infektanfälligkeit.

Schmerztherapie
Nicht selten weisen Patienten mit multiplem Myelom Schmerzen, v.a. im Bereich der Knochen auf. Die adäquate Schmerztherapie orientiert sich an den Richtlinien der WHO.

Wir danken Prof. Dr. med. Alois Gratwohl, Dr. med. Armin Droll und Dr. med. Urs Hess für ihre Ergänzungen und ihre freundliche Unterstützung.